2010 | ELBE-HOCHSICHERHEITSLABOR
"WENN FORSCHER PLÖTZLICH ARCHITEKTEN WERDEN"
HELMHOLTZ-ZENTRUM DRESDEN-ROSSENDORF E.V.
Mit dem Projekt ELBE am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf stand ein Hochleistungslaserlabor auf dem Plan – und damit Nutzer, die in ihrem Fachgebiet mehr wussten als jeder Planer im Raum. Wenn Forscher plötzlich Architekten werden, verschieben sich Rollen. In den Abstimmungen ging es nicht nur um Flächen und Abläufe, sondern um Strahlengänge, Abschirmwerte und Messpunkte. Spätestens in den Entwurfs- und Abstimmungsrunden mit den Nutzern wurde klar, dass Zuhören hier wichtiger war als Formbehauptung. Gleichzeitig sollte das Labor kein technischer Bunker werden, sondern ein Vorzeigeprojekt für Strahlenschutz und Gestaltung. Licht und Farbe wurden bewusst eingesetzt, um Orientierung zu schaffen und den hochsensiblen Bereichen eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre zu geben. Der architektonische Werkzeugkasten erweiterte sich um Themen, die im klassischen Hochbau selten so präsent sind: Abschirmmaterialien, Sicherheitszonen, präzise technische Fügungen. Die Herausforderung lag darin, wissenschaftliche Präzision und räumliche Qualität zusammenzubringen. Am Ende entstand ein Gebäude, das zeigt, wie produktiv es sein kann, wenn Planung auf Forschung trifft – und beide Seiten bereit sind, voneinander zu lernen.
Jürgen Sauter | Foto David Brandt
