2009 | VR-TECHNIKUM "VIRTUAL REALITY"
"ARBEITEN IM VIRTUELLEN RAUM"
FRAUNHOFER-GESELLSCHAFT ZUR FÖRDERUNG DER ANGEWANDTEN FORSCHUNG E.V.
Beim VR-Technikum der Fraunhofer-Gesellschaft in Chemnitz ging es nicht nur um ein neues Gebäude, sondern auch um eine neue Art, über Räume nachzudenken. Im ersten Bauabschnitt entstand ein Kinosaal mit 3D-Technik, in dem industrielle Fertigungsanlagen als begehbares Modell simuliert werden konnten. Produktionsabläufe wurden sichtbar, analysierbar und optimierbar. Für Architekten war das eine ungewohnte Perspektive: Während im eigenen Alltag vor allem Räume entworfen werden, arbeitete die Industrie längst daran, ganze Prozesse dreidimensional zu untersuchen. Vor dem Kinosaal entstand ein Foyer, das Ausstellungs- und Veranstaltungsraum zugleich ist. Prägend für diesen Raum ist die Stahlbeton-Kassettendecke. Konstruktion, Licht und technische Infrastruktur wurden so entwickelt, dass alles in einer klaren Struktur zusammenfindet. Die Decke ist damit nicht nur Tragwerk, sondern auch gestalterisches und funktionales Element. 3D erwies sich nicht nur als Mittel zur Darstellung von Architektur, sondern auch als Werkzeug zum Verständnis von Abläufen. Produktionsprozesse, Wege und Abfolgen lassen sich räumlich darstellen und überprüfen. Was damals neu war, ist heute fester Bestandteil der Planung und des Baumanagements.
Joerg Schmidt | Foto David Brandt
