2008 | HEINRICH-HERTZ-INSTITUT

"VOM WINDE VERWEHT"

FRAUNHOFER-GESELLSCHAFT ZUR FÖRDERUNG DER ANGEWANDTEN FORSCHUNG E.V.

2008 begann die Arbeit am Heinrich-Hertz-Institut mit einem eher technischen Thema: den Technikebenen auf dem Sockelbaukörper. Doch je tiefer die Beschäftigung mit dem Gebäude ging, desto deutlicher wurde, wie viel Geschichte in dem fünfzehnstöckigen Bau von Karl Heinrich Schwennicke steckt. Bei seiner Eröffnung am 24. Mai 1968 galt er als Berliner Zukunftsversprechen. Zeitungen berichteten damals von „führenden Persönlichkeiten“ aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, die sich unter der markanten Radom-Kugel versammelten. Sie wurde jedoch irgendwann schlicht „vom Winde verweht“ und nie wieder aufgebaut. Aus der ersten Aufgabe entwickelte sich schnell mehr. Es folgte eine Machbarkeitsstudie zur Nutzung der Dachfläche als Austritt oder Veranstaltungsort, mit Varianten für eine leichte Überbauung als Pergola – am Ende verworfen, aber intensiv diskutiert. Später wurde die Fassadensanierung beauftragt. Dabei ging es nicht nur um Technik, sondern auch um Fragen der Zukunft: etwa Varianten für eine mögliche PV-Fassade. Gleichzeitig verlangte der Denkmalstatus viel Fingerspitzengefühl, vor allem bei der Farbgebung. Am Ende zeigte sich einmal mehr, wie viel Geschichte und Geschichten selbst ein Forschungsbau aus den Sechzigern in sich tragen kann.

Udo Puskeppeleit | Foto Rainer Taepper