2006 | SCHWIMMENDE HÄUSER
"AUF WASSER GEBAUT"
METALLBAU WILDE, GEIERSWALDER SEE
Eine Aufgabenstellung, die auf dem Papier leicht wirkte und in der Realität vor allem eines war: neu. Schwimmende Häuser klingen nach Freizeit und Leichtigkeit, tatsächlich führten sie zunächst zu einer intensiven Auseinandersetzung mit Behörden, von denen zuvor kaum jemand im Planungsteam gehört hatte. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt wollte Liege- und Nutzungsgenehmigungen prüfen, Umwelt- und Naturschutzbehörden interessierten sich für jede Veränderung im sensiblen Uferbereich, und selbst Fragen der Wasserschifffahrtspolizei standen im Raum. Ein besonderer Moment war die erste gemeinsame Begehung am See, bei der weniger über Architektur als über Strömungen, Ankerpunkte und Schilfgürtel gesprochen wurde. Spätestens dort wurde klar, dass ein Haus auf dem Wasser nicht einfach ein Haus mit Fundament ist, sondern ein präzise austariertes System aus Tragwerk, Technik und Genehmigungslogik. Der Bauherr, ein findiger Schlosser mit großer Begeisterung für technische Details, brachte dabei seine pragmatische Sicht ein, die half, zwischen Vision und Vorschrift zu vermitteln. Am Ende stand nicht nur ein gebautes Projekt, sondern die Erfahrung, dass Architektur manchmal dort beginnt, wo Bauordnungen auf Wellen treffen.
Ralf Loges | Foto Schwarzplan
