2003 | RESET
"ZWISCHEN IDEE, MUT UND MITTERNACHT"
FRAUNHOFER-GESELLSCHAFT ZUR FÖRDERUNG DER ANGEWANDTEN FORSCHUNG E.V.
Architektur beginnt für uns mit Haltung. Mit der Bereitschaft, so lange zu denken, zu zeichnen und zu diskutieren, bis ein Projekt wirklich trägt. Der Fassadenentwurf entstand an einem Freitagabend – eigentlich schon auf dem Weg nach Hause. Dann ein spontanes Treffen im Büro. Aus einem kurzen Austausch wurden Skizzen, aus Skizzen ein gemeinsamer Flow. Um zwei Uhr morgens war klar: So sieht sie aus – die Fassade. In dieser Nacht bekam das Gebäude sein Gesicht: spontan, konzentriert und mit einer Energie, die sich nicht planen lässt. Weniger sichtbar, aber ebenso prägend, waren die hohen Anforderungen an die Abdichtung. Zeitweise fühlte sich die Planung eher nach U-Boot-Bau als nach Hochbau an. Detail um Detail wurde geschärft, Schichten definiert, Übergänge präzisiert – technische Konsequenz als gestalterische Haltung. Ein eindrucksvolles Bild bot sich bei der Installation der Kunst-am-Bau-Arbeit: In rund 15 Metern Höhe bewegte sich die Künstlerin am Seil zwischen Leuchten und Deckenkonstruktion – spektakulär, hochkonzentriert und mit vollem Einsatz. Für alle Beteiligten bedeutete es: Vertrauen, Mut und die gemeinsame Überzeugung, etwas Besonderes zu schaffen. Dieses Projekt steht für unsere Art zu arbeiten – leidenschaftlich, präzise und getragen von echtem Teamwork.
Stefan Schüler | Foto Till Schuster
